Seit dem 1. August 2022 dürfen Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz eigenverantwortlich Cannabisarzneimittel verschreiben. Diese Regelung ersetzt die frühere BAG-Ausnahmebewilligung und vereinfacht den Zugang zur Behandlung.
Das Verfahren verlangt, dass Verschreibungen digital an das BAG gemeldet werden. Dabei werden Indikation, Darreichungsform, Dosierung sowie Wirkung und Nebenwirkungen dokumentiert. Magistralrezepturen stellen Apotheken mit GMP-Herstellungsbewilligung her.
Diese Seite bietet kompakte informationen dazu, welche Unterlagen und Gespräche nötig sind. Wir erklären, wie die Therapie geplant wird und wann eine Verordnung sinnvoll ist.
Patientinnen und Patienten erhalten klare Hinweise zur Zusammenarbeit mit Ärztinnen und Ärzten und zu praktischen Schritten. Wir zeigen auch, wie Sie einen termin zur beratung vereinbaren und welche Kosten zu erwarten sind.
Wichtige Erkenntnisse
- Ärztinnen und Ärzte können seit August 2022 direkt verschreiben.
- Verschreibungen werden digital ans BAG gemeldet; Dokumentation ist zentral.
- Magistralrezepturen werden nur in GMP-zertifizierten Apotheken hergestellt.
- CBD-Tinkturen sind seit 30.09.2022 in Apotheken nur per Rezept erhältlich.
- Preise für Blüten liegen meist zwischen 8–15 CHF/Gramm; Klärung der Kosten mit der Krankenkasse möglich.
- Eine frühzeitige Beratung und strukturierte Unterlagen beschleunigen den Weg zur passenden Therapie.
Ihr Weg in Zürich zur Cannabistherapie: Einordnung, Nutzen und Ziel dieses Service-Angebots
medizinisches cannabis wird hier sachlich eingeordnet als ärztlich überwachte Option. Es kommt zum Einsatz, wenn konventionelle behandlungen nicht greifen oder schlecht vertragen werden.
Das Angebot startet mit einem kostenlosen Online-Screening und einer Rückmeldung binnen 24 Stunden. Anschliessend folgt ein Erstgespräch und die digitale Therapiebegleitung zu Hause.
Fachärztinnen und ärzte prüfen Indikationen wie chronische Schmerzen, Schlafstörungen, ADHS oder Migräne. Sie beurteilen, ob eine therapie medizinischem cannabis bei bestimmten erkrankungen sinnvoll ist.
Patienten profitieren von klarer beratung, standardisierten Abläufen und lückenloser Dokumentation. Die Prozesse fokussieren auf Sicherheit, Diskretion und messbare Verbesserung der lebensqualität.
Transparente Informationen und ein vernetztes Team sorgen dafür, dass Nutzen, Risiken und Alternativen verständlich bleiben. So wird der Zugang zur Therapie schneller, rechtssicher und patientenorientiert.
Voraussetzungen für ein Rezept: Wer kommt für eine Behandlung mit medizinischem Cannabis infrage?
Ob eine Behandlung mit medizinischem cannabis sinnvoll ist, entscheidet die ärztliche Abklärung. Entscheidend sind dokumentierte erkrankungen, persistierende beschwerden und das Ausbleiben von ausreichend wirksamen alternativen therapien.
Typische Indikationen
In der Schweiz zählen zu den häufigen Indikationen chronische schmerzen (neuropathisch, muskuloskelettal), schlafstörungen, ADHS, Migräne sowie rheumatische und neurologische Beschwerdebilder.
Medizinische Abklärung
Ärztinnen und ärzte prüfen Vorbefunde, Diagnosen, Laborwerte und Bildgebung. Entscheidend sind auch dokumentierte Therapieversuche und deren Nebenwirkungen.
- Es wird geklärt, ob Symptome trotz etablierter therapien fortbestehen.
- Kontraindikationen und Wechselwirkungen mit aktuellen Medikamenten werden ausgeschlossen.
- Therapieziele (z. B. Schmerzreduktion, besserer Schlaf) werden festgelegt und messbar gemacht.
- Vollständige Patientenunterlagen und offene fragen erleichtern die Beurteilung.
| Kriterium | Was geprüft wird | Mögliche Folge |
|---|---|---|
| Diagnosen & Vorbefunde | Arztberichte, Bildgebung, Laborwerte | Geeignet / weitere Abklärungen |
| Vorherige therapien | Wirkung, Nebenwirkungen, Behandlungsdauer | Add-on, Alternative oder Ablehnung |
| Risikoanalyse | Kardiovaskulär, psychiatrisch, Wechselwirkungen | Anpassung oder Ausschluss |
| Therapieziele | Konkrete Messgrößen (z. B. Schmerzskala) | Verlaufsbeurteilung |
Ablauf in Zürich: Vom Online-Screening bis zur Therapie zu Hause
Der Ablauf begleitet Sie Schritt für Schritt vom ersten Online-Check bis zur Betreuung zu Hause. Er kombiniert digitale Vorprüfung mit persönlicher Beratung durch ärztinnen und ärzte.
Unverbindliches medizinisches Screening
Sie starten mit einem kostenlosen Online-Screening. Ein kurzer Fragebogen erfasst Diagnosen, Vorbefunde und aktuelle Medikamente.
Vorbefunde lassen sich hochladen. Die Rückmeldung erfolgt meist innerhalb von 24 Stunden.
Ärztliches Erstgespräch
Nach positiver Vorprüfung vereinbaren Sie einen Termin vor Ort oder per Video. Im Gespräch klärt die Fachperson Anamnese, bisherige Behandlungen und Therapieziele.
Bei Eignung wird ein ärztliches Rezept ausgestellt und die nächste Schritte besprochen.
Einlösung des Rezepts und Lieferung
Das ausgestellte rezept lösen Sie in einer lizenzierten Apotheke ein. Auf Wunsch organisiert die Apotheke eine diskrete Lieferung nach Hause.
Kontinuierliche Betreuung
Regelmässige digitale Folgegespräche (alle 4–8 Wochen) sichern die Therapiesicherheit. Anpassungen von Präparat und Dosierung erfolgen nach Bedarf.
| Schritt | Was passiert | Zeithorizont |
|---|---|---|
| Online-Screening | Fragebogen, Upload Vorbefunde | meist 24 Stunden |
| Erstgespräch | Anamnese, Therapieentscheidung | Termin nach Vorprüfung |
| Rezept & Einlösung | Ausstellung, Abgabe oder Versand nach Hause | sofort bis wenige Tage |
| Folge-Betreuung | Digitale Termine zur Anpassung | alle 4–8 Wochen |
Produkte und Darreichungsformen: Blüten, Extrakte und Kapseln im Überblick
In der Praxis stehen mehrere Darreichungsformen zur Wahl, die sich in Anflutung, Handhabung und Dosierbarkeit unterscheiden.
Cannabisblüten werden meist inhaliert oder verdampft. Die Wirkung setzt schnell ein. Das macht Blüten bei akuten Schmerzspitzen oder plötzlichen Symptomen nützlich.
Cannabisblüten: Inhalation/Verdampfen für raschen Wirkungseintritt
Vaporizer erlauben einen kontrollierten Konsum und eine schnelle Wirkung. Ärztin oder Ärzte empfehlen diese Form, wenn kurzfristige Linderung nötig ist.
Extrakte, Öle, Kapseln und Sprays: Präzise Dosierung und einfache Anwendung
Extrakte und Kapseln ermöglichen eine standardisierte Dosierung. Sie eignen sich für stabile Tagesprofile und für Patient:innen, die gleichmässige Effekte wünschen.
Wirkung, Dosierung und Entourage-Effekt: Cannabinoide und Terpene verstehen
Die Wirkung beruht auf Cannabinoide wie THC und CBD. THC ist psychoaktiv, CBD nicht. Die Auswahl richtet sich nach Beschwerden, Verträglichkeit und Sicherheitsprofil.
- Entourage-Effekt: Synergien zwischen Phytocannabinoiden und Terpenen können die Wirkung erweitern.
- Typische Terpene: Myrcen, Pinen, Limonen, Caryophyllen beeinflussen Wahrnehmung und Verträglichkeit.
- Alle verschreibbaren Produkte müssen pharmazeutische Qualitätsanforderungen erfüllen und werden in der Apotheke abgegeben.
Bei chronischen Schmerzen oder anderen Erkrankungen kombinieren Ärztin und Ärzte oft schnell und langsam wirkende Formen. Die Faustregel lautet: Start low, go slow zur Minimierung von Nebenwirkungen.
Rechtlicher Rahmen in der Schweiz: Was Patientinnen und Patienten in Zürich wissen sollten
Die Gesetzesänderungen aus dem Jahr august 2022 schufen klare Vorgaben für Verschreibung und Herstellung. Ärztinnen und ärzte dürfen seither eigenverantwortlich cannabis verschreiben. Das vereinfacht den Zugang und macht die Prozesse transparenter.
Ärztliche Meldung und Dokumentation
Jede Verordnung wird digital an das Bundesamt gemeldet. Dabei werden Indikation, Darreichungsform, Dosierung sowie beobachtete Wirkung und Nebenwirkungen übermittelt.
Magistralrezepturen in Apotheken
Individuelle Zubereitungen entstehen ausschliesslich in Apotheken mit Herstellungsbewilligung. Diese müssen nach den GMP-Anforderungen der Pharmakopöe Helvetica fertigen.
Regelung zu CBD-Tinkturen
Seit dem 30. September 2022 sind orale Tinkturen ohne Vergällung nur noch mit ärztlichem rezept medizinisches cannabis erhältlich. Drogerien und Shops dürfen keine Magistralprodukte herstellen oder abgeben.
- Mehr Transparenz durch digitale Meldung an das BAG.
- Apotheken gewährleisten pharmazeutische Qualität und Rückverfolgbarkeit.
- Der legale Weg für Patient:innen führt über die Verschreibung und die Apotheke.
| Aspekt | Regelung | Nutzen für Patient:innen |
|---|---|---|
| Verschreibung | Eigenverantwortlich seit august 2022 | Schnellerer Zugang, klare Verantwortlichkeit |
| Dokumentation | Digitale Meldung: Indikation, Dosierung, Wirkung | Transparenz, bessere Sicherheitsüberwachung |
| Herstellung | Nur Apotheken mit GMP-Bewilligung | Qualität, Rückverfolgbarkeit |
| CBD-Tinkturen | Orale Produkte nur mit ärztlichem Rezept seit 30.09.2022 | Schutz vor falscher Dosierung, klare Legalität |
Kosten, Krankenkasse und Kostengutsprache: Finanzielle Aspekte der Cannabistherapie
Die Klärung der Kosten ist ein wichtiger Schritt für Patientinnen und Patienten vor Therapiebeginn. Eine transparente Aufstellung hilft, Überraschungen zu vermeiden und die Budgetplanung zu sichern.
Preisspannen und Einflussfaktoren
Übliche Preise für Blüten liegen in der Schweiz bei rund 8–15 CHF pro Gramm. Die monatlichen Ausgaben variieren je nach Dosierung, gewähltem Produkt und Abgabemenge.
Kostengutsprache: Vorgehen
Bei Bedarf stellt die behandelnde Ärztin oder der arzt eine medizinische Begründung für eine Kostengutsprache zusammen. Diese Einreichung erfolgt beim vertrauensärztlichen Dienst der krankenkasse.
Eine sorgfältig dokumentierte Vorgeschichte und klare Therapieziele erhöhen die Erfolgschancen.
Abrechnungsmöglichkeiten und Transparenz
Ärztliche Leistungen (Erstgespräch, Verlaufstermine) lassen sich teilweise über die krankenkasse abrechnen. Präparatekosten werden jedoch oft privat getragen, sofern keine Kostengutsprache vorliegt.
- Frühzeitige Abklärung der Kosten mit der Praxis erleichtert Planung.
- Transparente Offerten der Apotheke und Hinweise zu Versand nach hause helfen bei der Budgetierung.
- Regelmässiges Kostenmonitoring während der therapie sichert Wirtschaftlichkeit und Nutzen.
Medizinisches Cannabis Rezept Zürich
Vereinbaren Sie Ihren ersten termin online – schnell, diskret und ohne lange Wartezeiten.
Nach dem Online-Screening folgt ein Erstgespräch mit einer ärztin oder einem arzt. Dieses Gespräch kann vor Ort oder per Video stattfinden.
In der beratung klären Sie Erwartungen, Indikation, Risiken und die geeignete Darreichungsform. So startet die therapie zielgerichtet und sicher.
Was Sie erwarten können
- Direkte Terminvereinbarung nach Prüfung der Vorbefunde.
- Zeitnahe Ausstellung des cannabis rezepts bei Eignung; Abholung in der Apotheke oder Versand nach hause.
- Kontinuierliche Nachbetreuung alle 4–8 Wochen zur Dosierungsanpassung.
- Digitale Tools zur Verlaufsdokumentation und schnellen Kommunikation.
- Patientinnen profitieren von diskreter, verständlicher Kommunikation und klarer Roadmap bis zur Nachsorge.
Die enge Abstimmung zwischen behandelnder Fachperson und Apotheke sichert Qualität und Verfügbarkeit. Ziel ist, die passende Balance zwischen Wirkung und Verträglichkeit zu finden und so die Alltagssituation spürbar zu verbessern.
Apotheke und Herstellung: Von der Verordnung zur individuellen Magistralrezeptur
Die Apotheke bildet die Schnittstelle zwischen ärztlicher Verordnung und der individuellen Arzneimittelherstellung.
Zusammenarbeit zwischen Ärztinnen, Ärzten und Apotheke
Nach Ausstellung des rezepts gleichen Ärztinnen und ärzten die pharmazeutischen Details mit der apotheke ab. So werden Qualität, Lieferfähigkeit und die korrekte dosierung sichergestellt.
Nur qualifizierte Apotheken mit Herstellungsbewilligung fertigen Formula Magistralis. Drogerien und CBD-Shops sind rechtlich ausgeschlossen.
Herstellungsprozess: Formula Magistralis und Abgabe
Magistralrezepturen werden individuell nach ärztlicher Spezifikation gefertigt und dokumentiert. Die Herstellung erfolgt GMP-konform gemäss Pharmakopöe Helvetica.
- Abgabefähige extrakte, Öle oder Kapseln entstehen exakt nach dem rezept medizinisches.
- Standardisierte Konzentrationen erhöhen Sicherheit und erleichtern die Anwendung.
- Rückmeldungen aus der Praxis fliessen in die Verlaufskontrolle und Anpassungen ein.
| Schritt | Was wird geprüft | Nutzen |
|---|---|---|
| Verordnung | Arztangaben, Indikation, gewünschte Form | Klare Vorgaben für die Herstellung |
| Pharmazeutische Abstimmung | Formulierung, Stabilität, Lieferfähigkeit | Sichere und verfügbare Rezeptur |
| Herstellung | GMP, Identification, Qualitätskontrolle | Reinheit, Gehalt und Rückverfolgbarkeit |
| Abgabe & Beratung | Dosierungshinweise, Aufklärung | Patientensicherheit und Therapieerfolg |
Fazit
Ein gut definierter Prozess verbindet ärztliche Prüfung, qualitätsgesicherte Abgabe und digitale Nachsorge. Ärztinnen und Ärzte prüfen Indikation, stellen bei Bedarf ein ärztliches rezept aus und begleiten die Umsetzung engmaschig.
Der rechtliche Rahmen erlaubt, cannabis verschreiben ohne BAG-Ausnahmebewilligung. Magistralprodukte werden GMP- und Pharmakopöe-konform in Apotheken gefertigt. Preise für Blüten liegen meist bei rund 8–15 CHF/Gramm.
Die Auswahl der produkte — von Blüten bis zu standardisierten extrakte — richtet sich nach Symptomen, Alltag und Zielen. Regelmässige digitale Termine (alle 4–8 Wochen) sichern Anpassungen der Dosierung und die langfristige betreuung.
Bei anhaltenden schmerzen oder anderen beschwerden ist die ärztlich geführte Option mit medizinisches cannabis eine gut geregelte Ergänzung moderner therapien, mit klarer Dokumentation und dem Ziel, die lebensqualität zu verbessern.